Frank Tagliano ist Trump

  • Wie ich mit der Serie Lilyhammer endlich zum Trumpversteher-versteher geworden bin.
    Frank_TaglianoMAINMir war es bisher ein Rätsel, warum irgendjemand jemanden wie Trump mögen oder gar vertrauen kann. Man sieht ihm doch den Verbrecher schon im Gesicht an. Aber nun habe ich es begriffen: Trump (und Putin auch) ist wie Frank Tagliano, aus der Serie Lilyhammer. Frank ist ein Mafiaboss, der in Norwegen ein neues Leben beginnt. Ja, er ist ein Gangster, das weiß jeder. Er trägt immer teure Kleidung, er hat gebleichte Zähne und ein goldenes Herz.
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Der stadtgang

Ich hab mir schon oft die frage gestellt: Wie gehen wir eigentlich mit unseren mitmenschen um? Nun, fiel mir dazu ein: Wir laufen, laufen an sie heran – dies tun wir jeden tag massenhaft – und begegnen ihnen meist freundlich. Allerdings hängt das verhalten oft vom umfeld der einzelnen ab. In welcher welt befindet sich wer? Befinden sich zwei in derselben, werden sie höflich und zuvorkommend sein? Nun, man kennt sich, d.h. man weiß um die eigenarten derjenigen, die sich in dieser oder jener bewegen …

Jeder mensch ist eine welt. Die nächst größere dann ist die gegend. Darauf folgt die stadt, das land und wieder die welt, also die eine, auf und in der alle wohnen. Doch auch die ist begrenzt. Nur ist sie viel weiter und mehr als die, die man selbst sein eigen nennt. Weiterlesen

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Ein Hater auf Demo

556245_3034296866723_1036366937_nEigentlich wollte ich am ersten Mai 2016 auf dem Sofa mit meinem Hund kuscheln, „Modern Family“ auf Netflix schauen und mich meinem regulären Kohlenhydrate-Cheat-Day hingeben. Aber dann bin ich doch zur 1.Mai-Demo um 18 Uhr gegangen weil ich mir angesichts der völkische Bestie, die gerade mal wieder ihren hässlichen Kopf hebt, zu Hause doch irgendwie bourgeois vorkam. Also fuhr mit dem Fahrrad los, und zwar extra später, weil die Demos an diesem Tag notorisch verspätet beginnen. Als ich ankam, rief ein fröhlicher Lautisprecher, der scheinbar nichts davon wusste, welche Opfer mir mein Kommen abverlangte, dass eine weitere Gruppe auf dem Weg war und „bald“ zu uns stoßen würde. Derweil würde man uns mit interessanten Redebeiträgen unterhalten. Das steigerte meine Laune sehr. Der nächste Redebeitrag sprach von globaler Ausbeutung, und wie ätzend die AfD sei. Das weiß ich aber schon längst, und die Redebeiträge werden nicht dadurch spannender, dass die Tonlage mit jedem genau gleichlangen Satz oben anfängt, um dann in einer monotonen Klugscheißerkaskade nach unten zu sinken, um beim nächsten Satz wieder oben anzufangen.

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Antisemitismus ohne Juden

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Woran liegen alle Kriege in der Geschichte in den letzten 100 Jahren? Und was ist die Ursache von allem? Und wenn man das halt alles ‘n bisschen auseinander klamüsert und guckt genau hin, dann erkennt man im Endeffekt, dass die amerikanische Federal Reserve, die amerikanische Notenbank – das ist eine Privatbank, dass sie seit über hundert Jahren die Fäden auf diesem Planeten zieht.“ 

Das hat der Hauptorganisator der „Montagsmahnwachen für den Frieden“ vor einiger Zeit einmal gesagt. Ich möchte im Folgenden erklären, warum solche, furchtbar weit verbreitete Vorstellungen ganz schön viel mit Antisemitismus zu tun haben.  Weiterlesen

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Entlohnung nach Einsatz und Verzicht

Das Entlohnungssystems der „Participatory Economics“ von Michael Albert und Robin Hahnel (der Text ist etwas länger) 

pareconMit den technischen Möglichkeiten, die sich die Menschheit heutzutage erarbeitet hat, wäre es prinzipiell möglich, die Erde in einen freundlichen Ort für alle zu verwandeln. Ein zentrales Problem dabei ist aber, dass kapital- wie martkorientierte Wirtschaftsweisen zwar ihre Vorzüge haben, gleichzeitig im Grunde ein vernünftiges Wirtschaften unmöglich machen. Wettbewerb, Machtmechanismen und andere Dynamiken führen zu extremen Ungleichheiten, verbunden mit einem Wachstumszwang und anderen, sehr negativen Effekten. Auch neuere, vielfach diskutierte wirtschaftspolitischen Ansätze, wie die des Wirtschaftswissenschaftlers und Ungleichheitsforschers Thomas Piketty argumentieren ausdrücklich innerhalb kapitalistischer Logik1. Zwar wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass ein unregulierter Kapitalismus seine eigenen Grundlagen zerstört, die Prämissen von Wachstum, Profitorientierung und Konkurrenz werden dabei aber nicht angetastet2. Insofern sind wirtschaftliche Alternativkonzepte dringendst nötig. Für besonders interessant halte ich das Wirtschaftsmodell „Parecon“ (Participatory Economics). Weiterlesen

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Denken als Schulfach

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Foto: Wikipedia

Leider beherrschen derzeit die Schreihälse die öffentlichen Debatten. Inbesondere wenn es um die Flüchtlingspolitik und um Fragen der Integration geht. Flüchtlingsgegner und Flüchtlingsbefürworter stehen sich hier in Grabenkämpfen gegenüber und schießen sich auf Extrempositionen der Gegenseite ein. Diesem Grabenkrieg der Meinungen lässt sich nur entkommen, wenn man zumindest grundsätzlich dazu bereit ist, eine relativ neutrale Ebene zu betreten, auf der Argumente unabhängig davon bewertet werden, ob sie einem passen oder nicht. Dazu müsste man sich auf bestimmte Regeln der Logik und der Beweisführung einigen. Diese Regeln müssen schon in der Schule (und zwar nicht nur auf dem Gymnasum) gelehrt werden, ansonsten läuft die Demokratie Gefahr, vollends zur Ochlokratie zu verkommen. So wie in Baden-Würrtemberg bald das Fach „Wirtschaft“ eingeführt wird, könnte das Schulfach „Denken“ eingeführt werden. Weiterlesen

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Solidarische Gesellschaften oder globale Barbarei

Ein Beitrag von Annette Schlemm (Philosophiestübchen)

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„Wir schaffen das“… wahrscheinlich diesmal noch. Griechenland bereitet sich darauf vor, die meisten gestrandeten Flüchtlinge vor der mit Zäunen und Tränengas abgesperrten Balkanroute längerfristig aufzunehmen. Das Einzige, worin sich Europa so gut wie einig ist, ist die Abwehr von Migranten und Flüchtlingen. In Deutschland hatte man das Grundrecht auf Asyl seit 1993 eingeschränkt und durch die Dublin-III-Verordnung sollte eigentlich überhaupt kein Mensch mehr bis nach Deutschland gelangen, der noch einen Asylantrag stellen könnte. Seit Mitte 2015 jedoch ist kein Halten mehr.

Von den über 60 Millionen Geflüchteten in aller Welt gelangen nur ca. 5% nach Europa. Wir haben die weltweiten Tragödien von Krieg, Vertreibung und Flucht lange ignorieren können; wir erlebten die Globalisierung bisher als Exportweltmeister, nicht zuletzt von Waffen, und als Touristen, fern von den Elendsvierteln dieser Welt. Die Dramatik außerhalb unserer Grenzen zeigen einige Fakten: Weiterlesen

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